Auf Mehrkammer-Okarinas spielen
Das Spiel auf einer Mehrkammer-Okarina ähnelt demjenigen auf Einzelkammer-Instrumenten. Die einzigen Unterschiede bestehen darin, dass Sie die Finger der rechten Hand zwischen den Löchern mehrerer Kammern bewegen und zwischen den Windkanälen wechseln müssen.
Dieser Artikel geht davon aus, dass Sie mit grundlegenden Techniken wie Atemkontrolle und Zungenartikulation vertraut sind. Wenn Sie noch nicht so weit sind, empfehle ich Ihnen, zuerst den Artikel Auf der Okarina spielen zu lesen.
Eine Mehrkammer-Okarina halten
Eine Mehrkammer-Okarina wird genauso wie eine Einzelkammer-Okarina gehalten. Die rechte Hand kommt von hinten, während das Mundstück zu Ihnen weist. Die linke Hand kommt von der gegenüberliegenden Seite. Hier wird eine Zweikammer-Okarina gezeigt, aber dasselbe Prinzip gilt auch für Okarinas mit mehr Kammern.
Wie der Name andeutet, haben Mehrkammer-Okarinas mehrere Kammern. Jede dieser Kammern ist für sich mit Windkanal, Stimmgebung und Fingerlöchern ausgestattet.
- Die Griffe für die erste Kammer sind weitgehend dieselben wie bei einer Einzelkammer-Okarina und werden mit beiden Händen vorgenommen.
- Die höheren Kammern werden nur von der rechten Hand gespielt, und die vier Finger müssen sich bewegen, um die Löcher der jeweiligen Kammer zu bedecken.
Wie im Artikel Griffe für Mehrkammer-Okarinas erklärt, sind die Kammern additiv (sie ergänzen einander). Jede zusätzliche Kammer erweitert den Tonumfang; die Griffe für die zweite Kammer sind jedoch sowohl bei einer Zweikammer- als auch bei einer Dreikammer-Okarina gleich.
Es gibt transversale Mehrkammer-Okarinas mit bis zu vier Kammern. Das untenstehende Diagramm zeigt den Zusammenhang zwischen den Löchern für die Finger der rechten Hand und den verschiedenen Kammern. Die Löcher innerhalb des mit 1 gekennzeichneten Bereichs beziehen sich auf die erste Kammer; die Löcher im Bereich 2 stehen für die zweite Kammer und so weiter.
Wenn Sie eine Zweikammer-Okarina spielen, können Sie die mit 3 und 4 gekennzeichneten Kammern ignorieren. Ebenso kann bei einer Dreikammer-Okarina die Kammer 4 ignoriert werden.
Auf einer Mehrkammer-Okarina wird die linke Hand genauso wie auf einer Einzelkammer-Okarina positioniert: Sie muss nur einen einzigen Satz von Löchern bedecken.
Wie bei Einzelkammer-Instrumenten sollten Sie Ihre Finger sanft längs gekrümmt halten. Spitze Winkel an den Gelenken weisen in der Regel auf ungünstig platzierte Finger oder auf eine ungeeignete Handhaltung hin. Weitere Informationen finden Sie unter Die Okarina halten.
Auch die Position der rechten Hand ähnelt derjenigen für eine Einzelkammer-Okarina. Die Finger dieser Hand sind jedoch für die Löcher zweier oder mehr Kammern zuständig. In der Regel bewegen sich die Finger zusammen und bedecken jeweils die Löcher einer einzelnen Kammer.


Der rechte Daumen muss so positioniert werden, dass sich die Finger nach Bedarf zwischen den Löchern der verschiedenen Kammern bewegen können. Wenn die Okarina ein rechtes Daumenloch hat, wird die Platzierung des rechten Daumens dadurch bestimmt. Andernfalls sollte der Daumen etwa in der Mitte zwischen den beiden oberen Lochreihen platziert werden. Bei einer Dreikammer-Okarina sollte der Daumen etwa gegenüber den Grifflöchern der zweiten Kammer liegen.
Wenn Sie Ihren Daumen nach hinten biegen können, rate ich Ihnen dringend, ihn gerade zu halten. Es kann schmerzhaft sein, wenn er durch das Gewicht der Okarina weiter nach hinten gedrückt wird. Einige Okarinas haben eine Rampe für den Daumen, die eine bessere Unterstützung ermöglicht und ihn auch daran hindert, sich nach hinten zu biegen.
Da Sie Ihre Finger in der normalen Spielposition nur schwer beobachten können, empfehle ich Ihnen, zur Überprüfung Ihrer Handhaltung einen Spiegel zu verwenden. Sie können auch Ihre Ellbogen beugen und die Okarina etwas senken, damit Sie Ihre Finger sehen können, ohne dabei ihre Position zu beeinflussen.
In eine Mehrkammer-Okarina blasen
Der Hauptunterschied beim Blasen von Mehrkammer-Okarinas im Vergleich zu Einzelkammer-Instrumenten besteht darin, dass jede Kammer einen eigenen Windkanal und eine eigene Stimmgebung hat. Achten Sie darauf, den Luftstrom auf einen einzigen Windkanal zu beschränken. Gleichzeitig müssen Sie jedoch schnell zwischen den Windkanälen wechseln können.
Sie können den Luftstrom auf einen einzigen Windkanal beschränken, indem Sie mit den Lippen eine Öffnung wie beim Laut »U« bilden. Diese Öffnung sollte mäßig groß sein. Wenn sie zu klein ist, erzeugen Sie einen verrauschten Ton damit.
Legen Sie das Mundstück der Okarina mit dem gewünschten Windkanal sanft an die Öffnung, mit gerade genug Druck, um sie abzudichten. Die Okarina sollte nicht in Ihrem Mund sein, sondern nur an der Außenseite der Lippen anliegen.


Wenn Sie auf einer Einzelkammer-Okarina spielen, richten Sie sie so aus, dass Sie direkt in den Windkanal blasen. Eine scharfe Neigung nach oben oder unten knickt den Luftkanal und kann einen verrauschten Ton erzeugen.


Grundlagen des Kammerwechsels
Wenn Sie eine Note in einer anderen Kammer spielen möchten, müssen Sie Ihre Finger zu dieser Kammer bringen und das Instrument so bewegen, dass Sie in den richtigen Windkanal blasen. Dies wird als Kammerwechsel bezeichnet.
Die Bewegung der Finger zwischen den Kammern entsteht teilweise aus dem Handgelenk und teilweise durch das Krümmen der Finger. Der Daumen bleibt normalerweise unbeweglich. Bitte schauen Sie sich das untenstehende Video an.
Die genauen Griffe der höheren Kammern variieren von Okarina zu Okarina. Einige gängige Varianten werden auf der Seite Griffe für Mehrkammer-Okarinas behandelt. Es wird jedoch empfohlen, die Grifftabelle Ihres Instruments zu überprüfen.