Atemtechnik und Atempausen
Ihre Lungen funktionieren im Grunde wie ein Lufttank. Der Grad ihrer Füllung bestimmt, wie lange Sie spielen können, bevor Ihnen die Luft ausgeht. Wir wollen unsere Lungen in einem gefüllten Zustand erhalten, indem wir sowohl so schnell wie möglich atmen als auch nach Stellen suchen, an denen wir atmen können.
Erstens atmen wir immer durch den Mund, niemals durch die Nase. Der Grund ist einfach zu erkennen, wenn Sie versuchen, schnell durch den Mund und anschließend durch die Nase einzuatmen. Die Atmung durch den Mund ist sowohl schneller als auch leiser, da sie einen viel breiteren Atemweg bietet.
Die Atemwege sollten dabei vollständig geöffnet werden. Dies kann man tun, indem man zum Beispiel beim Einatmen an das Wort Hoh denkt. Unabhängig von der Dauer einer Ausatmung wollen wir immer so schnell wie möglich einatmen:
- Atmen Sie so schnell wie möglich ein und dann so langsam wie möglich wieder aus. Wenn wir auf der Okarina spielen, wollen wir die Anzahl der gespielten Noten maximieren und die Dauer unserer Atemzüge minimieren.
- Üben Sie dies bei verschiedenen Ausatmungsraten. Atmen Sie langsam aus, dann atmen Sie ein. Atmen Sie schnell aus und dann ein. Versuchen Sie, die Einatmungszeit in allen Fällen gleich zu halten.
Und versuchen Sie, das auf die Okarina anzuwenden. Spielen Sie einige lange Töne auf einer Note. Wenn Ihnen die Luft ausgeht, öffnen Sie den Mund und atmen Sie schnell ein. Lassen Sie das Mundstück der Okarina an Ort und Stelle und spielen Sie eine weitere lange Note.
Es gibt einige musikalisch angemessene Möglichkeiten, zu erkennen, wann und wo man atmen kann. Wenn Sie nach Noten spielen, achten Sie zunächst auf Atemzeichen. Diese sehen wie ein Komma aus und zeigen an, dass Sie eine Note kürzen können, um zu atmen.
Wenn Sie nach Gehör spielen, achten Sie ebenso darauf, wo der Spieler atmet, dem Sie folgen.
Ein zweiter Ansatz besteht darin, die Phrasierung der Musik zu erkennen. In Liedern liegt das Ende einer Phrase dort, wo ein Sänger eine Pause einlegt oder einen Atemzug nimmt. Nehmen Sie zum Beispiel den folgenden Teil von »The Ash Grove«:
Meiner Meinung nach besteht dieses Lied aus drei Phrasen: zwei kurze und eine lange. Es hat einen Auftakt (Anakrusis), der das Ende der Phrase relativ zur Taktlinie verschiebt. Die letzte Note in Zeile 1, Takt 3 ist der Beginn von Phrase 2.
Wir können am Ende dieser Phrasen atmen, indem wir die letzte Note verkürzen oder in manchen Fällen eine rhythmische Pause hinzufügen, die als Fermate bezeichnet wird.
Wenn Sie ein Lied spielen möchten, hören Sie sich Aufnahmen von verschiedenen Personen an. Achten Sie darauf, wo die Sänger atmen, und integrieren Sie diese Pausen in Ihr eigenes Spiel.
Beachten Sie, dass sich die Melodie in den verschiedenen Versen und Refrains oft unverändert wiederholt. Es gibt jedoch oft subtile Änderungen im Rhythmus und in der Phrasierung. Möglicherweise möchten Sie dies in einer instrumentellen Wiedergabe replizieren – oder auch nicht.
Die Luft aufteilen
Manchmal bietet Musik keine Zeit für einen vollen Atemzug. Bei rhythmisch ›dichter‹ Musik, etwa bei irischen Tanzmelodien und häufig in klassischer Musik, kann ein langer Atemzug störend klingen.
eine weitere Methode besteht darin, viele kleine Atemzüge zu nehmen und darauf zu achten, dass uns die Luft nie ausgeht. Versuchen wir es zunächst einmal ohne Okarina:
- Nehmen Sie einen vollen Atemzug.
- Atmen Sie nur ein wenig aus, vielleicht zehn Prozent Ihrer Kapazität, und füllen Sie dann den Tank wieder auf.
- Fahren Sie fort und variieren Sie, wie viel Sie aus- und einatmen.
Gelegenheiten für diese Art der Atmung können etwa kurze Staccato-Noten und Pausen sein. Es ist auch möglich, eine längere Note zu kürzen.
Ein üblicher Ansatz unter Spielern traditioneller irischer Musik ist, eine unbetonte Note fallen zu lassen, meist am Ende einer Phrase. Die Struktur dieser Musik ist sehr regelmäßig und besteht in der Regel aus Zwei-Takt-Phrasen, da sie zur Unterstützung eines Tanzrhythmus komponiert wurde.
Hier ist zum Beispiel der erste Teil des »Kesh Jig«:
Und so wird die Melodie in Phrasen aufgeteilt: Beachten Sie die Pausen, die auf Atempunkte hinweisen:
Für gewöhnlich vermeiden wir es, die letzte Note einer Phrase fallen zu lassen, weil diese Melodien oft so geschrieben sind, dass Phrasen melodisch direkt zusammenfließen. Atemzüge auf unbetonte Taktschläge zu legen, passt besser zur Musik.
Atemzüge können auch verborgen werden, indem man die Atempausen in wiederkehrenden Teilen der Melodie an unterschiedlichen Stellen platziert.
Verschiedene Traditionen haben ihre eigenen Tendenzen bei der Platzierung von Atempausen, und es lohnt sich, darüber zu recherchieren.
Schlussnotizen
Es ist immer eine gute Idee, die Atemgewohnheiten erfahrener Spieler sowohl der Okarina als auch anderer Blasinstrumente zu studieren. So können Sie ein Bewusstsein dafür entwickeln, wo Atemzüge musikalisch platziert werden können.